Die Sache mit der Eifersucht

 

Dieses Problem kennen viele: Sie lernen einen netten Mann oder eine nette Frau kennen, verlieben sich und welch Glück die Gefühle werden erwidert. Die Beziehung scheint perfekt zu sein, man wird vom Partner mit Liebe und Aufmerksamkeit überschüttet. Das Bedürfnis sich so gut wie jeden Tag zu sehen ist typisch für die ersten Wochen bis Monate. Doch dann ändert sich etwas. Nicht von einem Tag auf den anderen sondern ganz langsam. Man gewöhnt sich an den anderen. Man legt die rosarote Brille ab und sieht nicht nur die guten Dinge sondern eben auch die Schwächen und Fehler des Anderen. Dafür ändert sich aber noch etwas anderes: während es zu Beginn der Beziehung eher eine Schwärmerei war (man möchte einen noch Fremden unbekannten Menschen kennen lernen und erforschen) entwickeln sich diese leidenschaftlichen Gefühle oftmals zu einer beständigen, handfesten Liebe um. Erst in diesem Stadium sind die magischen drei Worte "Ich liebe dich" wirklich ernst zu nehmen.

 

Das Problem ist eigentlich nur eines: Eine Schwärmerei vergisst man schnell, klar wenn es nach einem oder zwei Monaten schon zuende geht ist man vielleicht geknickt, möglicherweise weint man auch ein bisschen aber in der Regel verkraftet man das ganze gut. Etwas anderes ist es, wenn die Beziehung nach zwei oder mehr Jahren in die Brüche geht. Umso länger man mit jemanden zusammen ist umso mehr schmerzt die Trennung. Menschen sind Rudelwesen, zum Mensch sein braucht der Mensch den Mensch, ein altbekannter Spruch. Zu begründen ist dieses Gesetz mit der Evolution. Auch früher haben sich die Vorgänger des heutigen Menschen zusammengeschart und Gemeinschaften gebildet. Sie haben die Aufgaben aufgeteilt, der eine ging jagen der andere sammeln usw. Die Menschen erkannten früh dass ihre Überlebenschancen stiegen wenn sie nicht alleine bleiben. Ein einzelner Mensch konnte schließlich auch schnell Opfer eines wilden Tieres werden. In der Mehrheit liegt die Stärke. 

 

Wirklich anders ist es auch heute nicht. Die ersten richtigen Bindungen entwickelt man bereits als Kleinkind unzwar zu seinen Bezugspersonen, in den meisten Fällen sind das die Eltern. Diese sogenannten frühkindlichen Bindungen sind entscheident für die weiterführende, soziale Entwicklung eines Kindes. Viele Erwachsene die als Kind, fehlende emotionale oder gestörte Bindungen zu den Eltern hatten (z.B durch psychische Krankheit der Bezugsperson) haben als Erwachsene starke Schwierigkeiten feste Bindungen zu ihrem Partner einzugehen. Dies macht sich unter anderem durch starke unbegründete Eifersucht, Hassgefühle gegenüber dem Partner oder sich selbst und gnerell Selbstzweifel. Die Betroffenen beenden eine Beziehung meist bevor es "ernster" wird. Also quasi sofort nachdem die anfänglichen leidenschaftlichen Gefühle aufhören und die Beziehung eine neue Stufe erreicht. Das ist ein Abwehrmechanismus des Unterbewustseins. Das Gehirn vergisst nicht so leicht. Die Abweisung oder fehlende Liebe in der Kindheit ist noch immer gespeichert und der Organismus versucht eine erneute seelische Verletzung zu vermeiden. Da wundert es nicht, dass irgendwann im Laufe der Beziehung die Alarmglocken schrillen und man das Gefühl bekommt sofort Schluss zu machen. Helfen kann man da nur sich selber aber dafür muss man das erst mal erkennen und das ist leichter gesagt als getan. In der Regel ist es so, wenn man mehr als 5 abgebrochene Beziehungen hatte (der Durchschnitt bei den Deutschen liegt bei 3 Beziehungen im gesamten Leben) sollte man anfangen zu reflektieren. Was waren die Gründe die Beziehungen zu beenden? Manchmal kann es sehr hilfreich sein darübe nachzudenken. Eventuell liegt nämlich eine Bindungsangst vor. Psychologische Hilfe könnte dann ratsam sein aber es ist auch möglich alleine darüber hinweg zu kommen, es ist allerdings ein ganzes Stück schwieriger. Selbst alles wieder aufzuarbeiten und die negativen Verhaltensweisen loszuwerden erfordert viel Zeit. Jedoch gibt einem solch ein gewaltiger Schritt auch jede Menge neues Selbstbewustsein!

 

 

 

 

29.1.16 15:51

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